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Volkslieder

Begriffsklärung

Wir verwechseln gern Volkslieder mit volkstümlichen Liedern. Volkstümliche Lieder sind populäre (oft Schlager-ähnliche) Songs mit einem regionalen Einschlag. Sehr bekannt sind Liedermit Bayerischer, Österreichischer, Tschechisch/Böhmischer Herkunft. Aber auch Lieder der Norddeutschen Küstenregion oder die Karneval-Hits vom Niederrhein können dazu gehören.

Volkslieder hingegen waren schon immer mit dem Leben der Menschen verbunden, da sie von Menschen für Menschen geschrieben und gesungen wurden.

Volkslieder

Es ist längst an der Zeit, dass wir romantische und völkisch/volkstümliche Vorstellungen, die unsere Volkslieder umgeben, entmystifizieren. 

Volkslieder sind z.B. auch die Lieder, die durch die geistige und soziale Reformbewegung des achtzehnten Jahrhunderts (Aufklärung) möglich wurden. Diese Lieder sind oft schonungslose Zeitzeugen des gesellschaftlichen Lebens und prangern nicht selten die Heucheleien und Ungerechtigkeiten von Kirche und Staat an. Es sind Lieder der Revolutionen von 1848/1849, den Arbeiterkämpfen und aus den Konzentrationslagern, und nicht primär süßliche Weisen über die Heimat.

Den Begriff „Deutsche Volkslieder“ sollten wir korrigieren.

Hier geht es nicht um die deutsche „Volksseele“ oder um sogenannte „ewige” Werte. Es sind schlichtweg Lieder, die das gesamte Spektrum menschlichen Lebens abdecken, von höchster Sentimentalität bis hin zu harten, derben Darstellungen.

Mit der Gruppe LIederstand versuchen wir, einen Beitrag zu dieser Richtigstellung zu leisten. Empfinden uns aber nicht als die „letzte Instanz“ in dieser Sache.